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von
Marita Vandicken, Düsseldorf

 

kleines ABC - D

 

 

 

 

Durchfall

 

... gehört schnellstmöglich in die Behandlung eines Tierarztes, wenn das Allgemeinbefinden eines Hundes betroffen ist, er sich offensichtlich nicht gut fühlt und sich ein Grund für den Durchfall nicht logisch und relativ harmlos erklären lässt, z.B. mit Futterumstellung, unverträglichen "Leckerbissen" oder bei Sensibelchen auch einem Stresserlebnis.

Unerklärlicher Durchfall, eventuell in Verbindung mit Erbrechen, kann gefährliche Ursachen wie Vergiftungen haben. Auch bei Infektionendurch Bakterien (z.B. verdorbenes Futter, im Sommer "umgeschlagene" Gewässer) und Viren oder bei Parasitenbefall (Würmer, Einzeller) müssen vom Tierarzt geeignete Medikamente verabreicht werden.

Durchfall, der länger als ein bis zwei Tage andauert, eventuell auch mit Fieber verbunden ist, birgt die Gefahr der Austrocknung und kann vor allem für Welpen lebensbedrohlich werden. Auch beim Symptom "Durchfall" gilt daher das oberste Prinzip: lieber einmal zuviel als einmal zu wenig zum Tierarzt. Für den Tierarzt sind alle Informationen wichtig, um die richtige Diagnoseund Behandlung einzuleiten: Beginn des Durchfalls, wie oft Durchfall, Verhalten beim Kot-Absetzen, welche Farbe und welche Konsistenz hat der Kot, Geruch im Vergleich zu sonst, Blut (hellrot oder dunkelbraun), Schleim ... usw. Am besten nimmt man also eine möglichst große Kot-Menge (z.B. im Gefrierbeutel oder Glas) mit zum Tierarzt, damit er z.B. auch auf Parasiten oder Bakterien untersuchen kann.

Wichtigste Erstmaßnahme bei Durchfall: 24 Stunden kein Futter, nur Wasser anbieten (oder verdünnten ungesüssten Tee), damit der Darm sich von den durchlittenen Strapazen durch "Arbeitspause" erholen kann.

Ist man absolut sicher, dass der Grund für den Durchfall von harmloser Natur ist, z.B. weil man abrupt Futter umgestellt hat (was man nicht tun sollte), wird nach der 24-stündigen Zwangspause nur leicht verdauliche Schonkost in mehrmals täglich kleinen Portionen angeboten. Bei meinen Hunden hat sich "Selbstgekochtes" für die ersten Tage und danach langsames Wieder-Umstellen auf Normalfutter bewährt - mein Rezept:

1 Fleischhähnchen 1200 gr. (ohne fettige Haut und schwerer verdauliche Innereien) in großem Topf in reichlich Wasser mit einer Prise Salz kochen. Gegartes Hähnchen herausnehmen, Wasser auffüllen und zum Kochen bringen. Dann 1000 gr Reis (z.B. der schleimig kochende Milchreis) und 500 gr klein gewürfelte Möhren im Kochwasser langsam und etwas zu lange kochen lassen, bis der Reis weich und fast schleimig ist. Zum Schluss abkühlen lassen und das in kleine Streifen gerissene Hähnchenfleisch unterheben. Die Futter-Konsistenz sollte nicht zu fest sein und kann mit abgekochtem Wasser gelockert werden.

Statt Hähnchen kann man auch anderes weisses und fettarmes Fleisch wie Pute nehmen.

Diese große Portion reicht für einen meiner Collies 2 1/2 Tage, wird im Kühlschrank aufbewahrt, dann jeweils portionsweise in der Mikrowelle kurz aufgewärmt und lauwarm verfüttert. Meine Jungs lieben ihre Köchin dafür :-)

Als Magen-Darm-Schonkost gilt auch 1/3 Hüttenkäse (körniger Frischkäse) + 2/3 ungesalzene gekochte und dann gestampfte Kartoffeln, was der Geschmacksrichtung meiner Jungs nicht so sehr entspricht.

Sobald der Durchfall, der Gott sei Dank selten vorkommt, zuverlässig beendet ist, mit einem Rückfall also nicht mehrgerechnet werden muss, mische ich zunächst einen kleinen und dann jeweils immer größer werdenden Anteil vom Normalfutter unter die kleiner werdenden Schonkost-Anteile. Sofern meine Jungs also nur irgendwo viel zu fettiges Katzenfuttergeklaut haben, ist die Sache meist nach 3 - 4 Tagen überstanden.

 

 

 

 

 

 

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