B

von
Marita Vandicken, Düsseldorf

 

kleines ABC - B

 

 

 

 

Baden

 

...sollte man Hunde so wenig wie möglich, aber so oft wie nötig, weil Shampoos den natürlichen Schutzmantel von Haut und Haar durcheinanderbringen. Der Collie hat normalerweise eine Haarqualität, die ihn nicht nur Vor Wind und Wetter (auch vor Sonne) schützt, sondern sie ist auch schmutzabweisend.

Wenn man einen vom Regenspaziergang schmutzigen Collie an "hausfraulich" geeigneter Stelle trocknen lässt, wird er danach wie "Phoenix aus der Asche" sauber von seinem Platz aufstehen. Ich bevorzuge allerdings, die "Fango-Packungen" nach Matsch-Spaziergängen kurz mit klarem lauwarmem Wasser abzuduschen, stattden Schmutz aus dem Haar rieseln zu lassen.

Ungefähr 3 mal im Jahr ist bei uns Badetag angesagt, weil sich Staub von Schotter- oder Waldwegen auf der Haut sammelt und Baden auch das Abhaaren beschleunigt bzw. sich lose Haare nach dem Baden besser ausbürsten lassen. Wichtig ist eine rutschfeste Gummiunterlage in der Badewanne, damit keine Verletzungsgefahr besteht. Man braucht sehr viel lauwarmes Wasser arm einen Collie zunächst einmal bis auf die Haut nass zu bekommen, dann einmildes Hundeshampoo (ich hab auch schon preiswerteres Babyshampoo benutzt), und nochmal viel Wasser, um ordentlich Schaum bis auf die Haut zu verteilen (kein Schaum in Augen oder Ohren) und zum Schluss wohl doch einige Hundert Liter Wasser, um wirklich jeden kleinsten Rest von Shampoo richtig zu entfernen, der sonst Hautreizungen hervorrufen könnte.

Noch während der Hund in der Wanne steht und ich mir Gedanken um meine Rückenschmerzen vom Bücken mache, breite ich ein grosses Badetuch über den Hund, der plötzlich so mitleiderregend schlank wirkt ...hebe dann das "nasse Paket" auf ein Badetuch auf dem Fussboden (damit nasse Pfoten nicht ausrutschen und keine Pfützen entstehen ...), knuddele den begeisterten Hund ordentlich durch, damit er sich - mit seinem  Badetuch auf dem Rücken! - erstmals schüttelt. Soooo ein feiner sauberer Hund ...Dann folgt das nächste trockene Badetuch...

Bei warmem und sonnigem Wetter trocknet ein Collie am schnellsten draussen. Im Haus dauert es viele Stunden - oder man benutzt einen Haartrockner (z.B. wenn Baden unbedingt doch im Winter nötig ist).

Gebürstet wird erst nach dem Trocknen.

 

 

 

 

Ball

 

... die wichtigste Erfindung der Menschheit für (meine) Hunde und - im Gegensatz zu manch anderem Hundezubehör - unentbehrlich :-)  Vom Tennisball bis zum überdimensionalen Riesenball, Hauptsache Bälle fliegen oder rollen und man kann hinterher rasen, weltmeisterlich damit dribbeln oder sie, stolz wie Oskar, zurückbringen. Und wenn die eigenen Menschen keine Lust haben - es findet sich fast immer jemand, der nicht widerstehen kann: Besucher und Nachbarskinder werden am liebsten auf ihre "Ballfähigkeiten" geprüft. Notfalls setzt man sich als intelligenter Collie eben einfach mit flehendem Blick und Ball abwartend vor den Zaun...

 

 

 

 

Bücher

 

... über Hunde allgemein, Hunderassen-Vorstellungen, Hundeverhalten, Hundeerziehung oder auch rassespezifische Bücher, um die Wunschrasse näher kennen zu lernen, findet man in jedem gut sortierten Buchladen oder auch in den Büchershops und bei ebay im Internet.

Bei unseren täglichen Spaziergängen frage ich mich allerdings oft, warum scheinbar nur die Minderheit der Hundehalter solche Bücher jemals gelesen hat ...(sind deshalb die Auflagen relativ niedrig und die Preise entsprechend hoch für gute Bücher ?) Bei zu vielen Hundehaltern ist das Wissen sehr begrenzt - mit Glück kennen sie gerade mal den eigenen Hund - und selbst der wird dann oft noch vermenschlicht (und macht, was er will ...).

Unwissen ist, vor allem wenn man auf die Hundeleine verzichtet, verantwortungslos. Theoretisches Wissen ist das "A und O" - und zwar BEVOR man sich überhaupt zur Hundehaltung und zu einer Wunschrasse entschliesst ... Ein Hund ist kein Lebewesen, das in der Familie "mal eben so nebenher" laufen kann, wie teilweise der Hamster im Käfig für die Kinder (selbst der hat das nicht verdient). Kein Hund kommt "fertig" auf die Welt. Hunde bedeuten Verantwortung, auch gegenüber unseren Mitmenschen und anderen Tieren - und gegenüber solchen Hundehaltern, die sonst mit der allgemeinen "Hund-und-Halter-Sippenhaftung" für solche "schwarzen Schafe" mitbestraft werden. Das Minimum ist also ein solides Grundwissen - ich denke, mit mindestens drei guten Hundebüchern (inklusive mindestens einem rassespezifischen Buch) und dem Bezug von mindestens einer guten Hundezeitschrift sollte das "theoretische Wissen" VOR dem Hundekauf gut zu schaffen sein.

Über die Rasse Collie gibt es mehrere deutschsprachige Bücher, z.B. von Eva-Maria Krämer, Klaus Frankenberger oder Ada L. Bishop, die u.a. sehr treffend die Entstehung der Rasse, ihre Eigenschaften, die Pflege und sogar einige Tipps für die Erziehung eines Collies vermitteln.

Als eines der gut verständlichen "Allround-Hundebücher" über Hundepsyche und Erziehung sowie gute Problemlösungen würde ich z.B. "Hundeerziehung 2000" von Dr. Roger Mugford benennen (der Mann, der das "Halti" erfand und auch die Hunde der Queen therapiert ...). Die Bücher (oder Seminare/Vorträge) von Günter Bloch mag ich sehr, weil auch er den Hund nicht pauschal, sondern als individuelles Wesen mit jeweils eigenem Charakter sieht. 

 

 

 

 

Bürsten

 

Die vielen mitleidigen Fragen von Nicht-Colliehaltern bestätigen das Vorurteil, Collies seien sicher pflegeintensiv. Ich möchte wetten, dass jeder Perserkatzen- oder Yorkshireterrier-Besitzer ein vielfaches an Zeit für die Haarpflege aufwenden muss...

Ein erwachsener Collie mit korrekter Haarqualität neigt nicht zum Verfilzen, außer an den weichen Haaren direkt hinter den Ohren und in den Achseln, die man öfters kontrollieren und kämmen sollte, um Knoten schon im Anfangsstadium wieder aufzulösen. Einen Collie komplett und "richtig" Bürsten braucht man nur 1 - 2 mal im Monat.

Für Collies im Haarwechsel und für kastrierte Collies, die leider öfters zu übermässiger Haarfülle und welpenartig weichem Haar neigen, reicht das allerdings nicht - sie brauchen die Bürste wesentlich öfter.

Meine Collies werden ca. alle 3 Wochen auf den Tisch gestellt und gründlich "in Lagen" gebürstet, wie man es in Colliebüchern oder bei seinem Züchter lernen kann. Für einen Hund benötige ich dabei ungefähr gemütliche 1 - 1,5 Stunden und meine Jungs geniessen es. Welche Bürste letztendlich die Beste ist, muss jeder für sich und seinen Collie selbst herausfinden, Hauptsache die Bürste verletzt die Haarstruktur nicht. Ich habe ein ganzes Sortiment von stabilen Drahtbürsten und Naturhaarbürsten und einen prima Kamm mit rotierenden Zinken für kleine Knötchen.

Vergessen sollte man beim Collie nicht, die überstehenden Haare zwischen den Pfotenballen kurz zu halten, damit weder Dreck zwischen den Ballen klebt noch im Winter Eis an diesen Haaren das Laufen behindert. Auch an gut geschnittene Haaren an den Hocken und fehlenden Ohrfähnchen erkennt man den korrekt gepflegten Collie.

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